TerraMaster D5-300

Wenn man sich die Entwicklung der Kapazitäten von Festplatten anschaut, dann wird einem über die Jahre klar, dass, egal wie teuer oder preiswert Massenspeicher ist, immer noch erhebliche Kosten anfallen, wenn man seine Daten auf Dauer sichern möchte. Sicherungsmedien wie CD und DVD sind, so ist es in der Fachpresse zu lesen, nicht unbedingt Langzeitspeicher. Nach hiesiger Meinung sind Festplatten immer noch das sicherste Sicherungsmittel.

Es wäre natürlich schade, wenn man nach einigen Jahren nicht mehr auf selbstgebrannte CD oder DVD zugreifen könnte, weil die Abspielgeräte nicht mehr kompatibel sind oder die Speichermedien schlicht und ergreifend den Geist aufgegeben haben. Davor hatte und habe auch ich Angst. Ich dokumentiere gerne das, was ich in meinem Leben so mitbekomme. Diese Dokumentation erfolgt mittels Bilder, Filme und anderen Dateien. Und so habe ich ab den 90-ziger Jahren recht hohe Geldbeträge für CD- und DVD-Rohlinge ausgegeben und alles darauf gebrannt. Und mit der Zeit sind einige Hundert CD und DVD zusammen gekommen. Alleine meine Schallplattensammlung, die ich in mühevoller Kleinarbeit digitalisiert habe, umfasst Dutzende von CD.

Mittlerweile mache ich recht viele Bilder. Wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin halte ich das ein oder andere bildlich fest. Die Größe der Bilder variiert zwischen 2 MB und 5 MB. Das einzelne Bild ist nicht so das Problem, aber wenn es mehrere Bilder sind, dann kommen wieder recht hohe Speicherbedarfe heraus. Das Aufnehmen von Videofilmen habe ich nicht ausgebaut, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Meine CD- und DVD-Sammlung ist sehr umfangreich geworden über die Jahre. Also lag doch nichts näher als eine externe Festplatte zu kaufen, die mehrere TerraByte (TB) Speicherkapazität hat. Naja, angefangen hatte ich zunächst mit 160 GB oder 200 GB (2,5-Zoll_Platten). Die wurden dann schnell ersetzt mit 3,5-Zoll-Platten, die 1 TB bis zu 3 TB fassen konnten. Man glaubt garnicht wie schnell auch diese Platten voll werden.

Das Handling der externen Platten ist dann auch irgendwann ätzend. Zwei oder drei externe Festplatten am Notebook ist zwar machbar, aber nicht wirklich schön. Ich bin nämlich mal auf die Idee gekommen meine CD-Sammlung, bevor ich die Scheiben nicht mehr lesen kann, zu rippen und als MP3-Dateien abzuspeichern. Auch das verbraucht jede Menge Speicherplatz. Und mit 3 oder 4 externen Festplatten macht das alles keinen Spaß.

Vor ein paar Jahren wurde es modern, dass man zu Haus ein NAS (Network Attached Storage, englisch für netzgebundener Speicher) betreibt. Die Gehäuse sind mittlerweile erschwinglich. Es gibt verschiedene Hersteller. Und mit den Jahren wurde die Kapazität immer wieder erhöht. Für mich stand fest, dass ich irgendwann so ein Ding als FileServer würde haben wollen, um direkt auf alle Dateien zugreifen zu können, die ich besitze.

Nunmehr, nach etlichen Monaten des Überlegens, habe ich so ein Storage. Und zwar fiel meine Wahl auf ein RAID-System von TerraMaster: Modell D5-300 RAID Storage

Das RAID hat den Vorteile, dass man durch die Organisation mehererer Festplatten eine gewisse Ausfallsicherheit hat. Eine Erklärung zu RAID gibt es hier: RAID - Redundant Array of Independent Disks

Es gibt, wie kann es auch anders sein, mehrere Varianten von RAID. Diese zu erklären führt zu weit. RAID 5 ist die Variante, die ich haben wollte und daher fiel meine Wahl eben auf das Modell D5-300, da es explizit für RAID 5 konzipiert wurde.

Die diversen Beschreibungen zu meinem Modell variieren erheblich. Laut Hersteller kann kein Single-Modus betrieben werden. Single-Modus bedeutet, dass man die bis zu 5 Festplatten einzeln und für sich ansprechen kann. Einige Tester sagen, dass es doch funktioniert. Laut Hersteller können nur Festplatten mit bis zu 8 TB betrieben werden. Einige Tester schreiben, dass es bis zu 10 TB sein dürfen. Nun, für mich stellte sich die Frage wie viel Geld ich ausgeben wollte, um ein RAID 5 mit sehr viel TerraByte betreiben zu können.

Die Entscheidung traf ich erst später, nach dem ich den TerraMaster endlich zu Hause hatte und ausprobieren konnte. Ca. 250 Euro musste ich investieren für das Gerät, welches über USB 3.x mit dem Computer zu verbinden ist. Die Leserei im Internet brachte mir einige Erkenntnisse, die leider in der dünnen englischsprachigen Gebrauchsanweisung nicht unbedingt zu finden sind. Auch die deutsche Anleitung lässt sehr viel offen und ich musste einiges ausprobieren, um endlich ein funktionierendes RAID-5-System zu haben.

Zunächst bleibt festzuhalten, dass es für die Einrichtung von RAID 5 nur Software für Windows und Mac gibt. Linuxtools gibt es nicht. Zwar habe ich im Internet eine Anleitung gefunden wie unter Linux Debian der TerraMaster D5-300 mit einem RAID 5 initiiert und betrieben werden kann, aber das war mir ehrlich gesagt etwas zu viel. Daher war klar, dass ich mein Windows-Notebook würde bemühen müssen. In der Hoffnung, sobald das RAID-System stand, dieses ohne Probleme an den Linux-Desktop anschließen und betreiben zu können.

In meiner naiven Art setzte ich zunächst zwei Festplatten mit 8 TB und 2 TB in den TerraMaster. Am Windows-Notebook wurden die Platten auch erkannt und in der Software für die Erstellung des RAID ebenfalls. Allerdings konnte ich kein RAID 5 auswählen. Also testete ich zunächst ein bisschen mit anderen RAID-Varianten. Doch nein, ich wollte ja explizit RAID 5 haben. Warum klappte das nicht?

Die Frage konnte ich mir recht schnell selber beantworten bzw. durch Google beantworten lassen. Um ein RAID 5 zu betreiben, braucht man mindestens 3 Festplatten. Es macht auch sehr viel Sinn, dass die Festplatten die gleiche Kapazität haben, denn sonst ist die kleinste Festplatte das Medium nach dem sich die RAID-Konfiguration richtet. Man würde sehr viel Plattenplatz verschwenden, wenn man zwei 8-TB-Festplatten und eine 2-TB-Festplatte hätte.

Damit war auch schnell klar für mich, dass ich noch weiter würde investieren müssen. Wenn schon, denn schon. Es mussten 5 Festplatten her, die alle eine Kapazität von 8 TB haben sollten. Meine Wahl fiel auf: Seagate IronWolf 8 TB, ST8000VN0022, interne Festplatte, 8,9 cm (3,5 Zoll), 256 MB Cache, 7200 RPM, SATA 6 Gb/s.

Die 5 Festplatten besorgte ich mir bei Amazon und bekam sie innerhalb von 2 Werktagen. Dafür musste ich zwar mehr als 7 Euro Transportkosten bezahlen, aber das war es mir wert. Ich wollte schnell meinen Plan umsetzen. Damit würde ich theoretisch 40 TB Speicherplatz haben. Naja, dachte ich mir.

Der Einbau der Festplatten in die Adapter, um sie damit im Storage einzuschieben, klappte ganz gut. Sobald die Festplatten an Ort und Stelle waren wurde der TerraMaster am Windows-Notebook angeschlossen und das Gerät dann angeschaltet. Alle Platten wurden erkannt (Format ist NTFS), allerdings nur mit ca. 7,5 TB. Damit verringerte sich die theoretische Speichergröße von 40 TB auf 37,5 TB. Egal, jammern würde nichts helfen, also ging es daran das RAID 5 zu konfigurieren. Und nun zeigte sich auch die Option zu Erstellung eines RAID 5. Das klappte mit der Software ganz gut und nach wenigen Augenblicken hatte ich ein RAID-5-System, welches nun noch formatiert werden musste. Da ich am Windows-Notebook hing kam eben wiederum nur NTFS in Frage.

Über die Systemsteuerung und die Computerverwaltung konnte ich das RAID nun auf NTFS formatieren und auch einen Laufwerksbuchstaben zuordnen. Auch hier ging alles gut und schon nach wenigen Augenblicken hatte ich ein System mit einer Speichergröße von ca. 30 TB. Hä? 30 TB? Was war passiert? Es fehlten nun ca. 7,5 TB. Wie blöde!

Von den theoretischen 40 TB Massenspeicher blieben mir dann praktisch nur 30 TB. Hm, warum wohl? Auch diese Frage konnte recht schnell beantwortet werden. Die verschwundenen 7,5 TB waren der Platz, den das RAID 5 benötigt, um die notwendigen Redundanzen vorzunehmen und die Ausfallsicherheit herzustellen. Im laufenden Betrieb kann nämlich ein Plattenaustausch vorgenommen werden, sollte eine der Festplatten mal den Geist aufgeben. Klar, für die Vorhaltung von Sicherungsdaten musste Plattenplatz herhalten. Damit musste ich leben. Weniger Speicherplatz, aber dafür größere Datensicherheit. Ok, das war es mir wert!

Mit diesen Erkenntnissen testete ich den TerraMaster am Windows-Notebook ein wenig. Es kam mir auf jeden Fall auf Funktionalität an. Die Schreib- und Lesegeschwindigkeit war mir zwar nicht egal, aber ohne Funktionalität konnte ich nichts mit dem Ding anfangen. Die Tests liefen erfolgreich. Und so war ich guter Hoffnung nun bald alle meine Daten und Dateien auf dem TerraMaster speichern zu können.

Doch am Windows-Notebook wollte ich den TerraMaster nicht betreiben. Ich hatte zu Beginn die Hoffnung gehabt, dass ich am Linux-Rechner, ein Desktop-Rechner, ebenfalls mit dem TerraMaster wie mit einer externen Festplatte würde arbeiten können. Mit etwas Herzklopfen schloss ich den laufenden TerraMaster am Linux-Rechner an und nach wenigen Sekunden wurde mir angezeigt, dass Linux ihn erkannt hatte. Im Dateimanager Dolphin wurde der TerraMaster mit seinem Volumenamen angezeigt und ich konnte direkt mit dem Teil arbeiten.

Hurra!

Ich bin hellauf begeistert. Ca. 30 TB stehen mir jetzt zur Verfügung, um meine Daten, die auf externen Festplatten, und auch noch auf CD und DVD lagern, an einem Platz halten zu können. Neue Dateien werden künftig direkt auf den TerraMaster gespeichert.

Für die Zukunft hoffe ich, dass ich nie werde feststellen müssen, ob die Redundanzen, die das RAID 5 angelegt, zu benutzen sind, wenn es zu Fehlern und Ausfällen kommt. Es bleibt nun noch die Aufgabe zu lösen, dass ich auch von anderen (Linux-)Geräten im Haus auf diese Daten zugreifen kann. Aber das sollte nicht das Problem sein.

Tja, der geneigte Leser mag nun meinen, dass ich nicht alle Tassen im Schrank habe. Bei Ausgaben in kleiner 4-stelliger Höhe kann ich diese Meinung nicht widerlegen. Mir ist aber die Erhaltung meiner Daten, die sich über fast 30-45 Jahre angesammelt haben, sehr wichtig. Sie sind von einem ideellen Wert für mich. Und meine Ideale sind mir wichtig. Sehr wichtig.


Der Blogartikel (261) wurde in der Kategorie Vermischtes erstellt am: 2017-09-25 20:40:38




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