Das Rad, die Touren, der Spaß und die Freude

Seit einer Erkrankung im Februar 1998 habe ich das Fahrrad wieder als mein Medium der sportlichen Aktivität entdeckt. Geschlaucht von der Arbeit, von dem damaligen Stress, den Ungerechtigkeiten, die dem kleinen Mann widerfahren konnten, sah ich keinen Ausweg mehr als mich für zwei Wochen aus dem beruflichen Verkehr ziehen zu lassen. Das war notwendig, um nicht schon damals einen Burnout zu bekommen. Leider hat mich das dann 5 Jahre später ereilt.

Damals, das Internet war für mich noch neu und die Modems langsam, fand ich irgendwann einen Reisebericht über eine Radtour rund um die Ostsee. Der Bericht war für meinen Geschmack sehr gut geschrieben und auch sehr interessant erzählt. Ich konnte mir damals kaum vorstellen, dass man mit einem vollgepackten Fahrrad mehrere Wochen, wenn nicht gar Monate, würde unterwegs sein können. Dieses Leseerlebnis hat mich dann so fasziniert, dass ich mich über den gesamten Krankheitszeitraum nur noch mit Radreiseberichten im Internet beschäftigt hatte. Urigerweise hatte ich sehr viele Reiseberichte gefunden, die von Touren in Skandinavien (einschl. Island) handelten. Später habe ich viele Bücher von Radreisen gelesen.

Mein damals aufkommenden Enthusiasmus endete dann in dem Kauf eines Citybikes, mit dem ich dann blöderweise meine erste eigene Radtour Tour de Nordee durchführte und kläglich an einem BMW, der mich an einen Verkehrsschildpfahl drückte, scheiterte. Aber mein Wille, doch noch eigene gute Radtouren zu fahren, war nicht gebrochen.

Citybike Tour de Nordsee 1998

Oh nein, denn im April 1999 kaufte ich mir ein richtiges Tourenrad von Koga Miyata. Und mit dem Ding fuhr ich dann viele, viele Kilometer durch Ostfriesland, meinem liebsten Urlaubsland.

Tourenrad DEK 2000

Zur sportlichen Aktivität kam dann im Frühjahr 2003 ein Rennrad hinzu, mit dem ich ebenfalls viele Touren, viele zusammen mit meinem Kollegen und Freund Burkhard, fahren konnte. Damals war ich körperlich sehr gut zu beisammen, aber der Kopf hatte einiges an Problemen.

Rennrad Reaktivierung 2016

Mit meiner Heirat im September 2009 veränderten sich dann die Prioritäten. Der Beruf wurde noch wichtiger, denn ich musste Geld verdienen. Die Integration meiner Frau in eine ihr fremde und unbekannte Welt war mir wichtig und auch meine Hauptaufgabe. Diese beiden Punkte bestimmen bis heute mein Leben, wobei ich sagen muss, dass meine Frau durchaus, wenn sie denn will, ihre Angelegenheiten sehr gut alleine für sich bewältigen kann.

Wer mal krank war, kann das Gefühl des Gesundwerdens und des Gesundseins bestimmt gut nachvollziehen. Meine seelischen Schieflagen konnte ich weitestgehend in den Griff bekommen und mit meinem Umzug nach Kaarst im Jahre 2012 erhoffte ich mir insgesamt neue Impulse auch für meine Freizeitaktivitäten, alleine oder mit meiner Frau. Leider konnte ich das nicht umsetzen, denn ab Sommer 2013 ereilten mich immer wieder Entzündungskrankheiten, die mich bis heute negativ beeinflussen, so dass ich mein Radhobby nicht wieder richtig aufnehmen konnte.

Allerdings, nach einigen Versuchen in 2014 und 2015, konnte ich in 2016 doch wieder einsteigen und in kleinen Schritten an meine Radtouren anknüpfen. Im Frühjahr war ich noch froh, wenn ich nach 30 km nicht fix und fertig zu Hause ankam und ein Sauerstoffzelt brauchte. Über den Sommer bis in den Herbst hinein konnte ich aber doch einiges an Wegstrecken zurücklegen und so wieder Touren bis zu 60 km fahren. Leider war das Jahr 2016 nicht frei von Erkrankungen, aber diese hatte mich dann nicht wieder Wochen aus dem Verkehr gezogen. Und so konnte ich knapp 1.000 km zurücklegen.

Für das Jahr 2017 habe ich mir einiges vorgenommen. Das setzt natürlich voraus, dass ich gesund bleibe oder mich die Erkrankungen nicht wieder körperlich so fertig machen. Ich möchte versuchen, so wie ich es früher auch oft gemacht habe, den ganze Winter über zu fahren. Dabei wäre dann wichtig, dass weder Schnee noch Eis die Straßen und Wege unbefahrbar machen. Damals hatten wir oft milde Winter, so dass ich ganzjährig fahren konnte. Vielleicht gelingt mir das jetzt auch wieder.

Dieser Radblog soll so ein bisschen ein Infocenter sein - hauptsächlich für mich, aber auch für andere. Es gibt unzählige Rad(fern)wege, die es lohnen genannt und vielleicht auch gefahren zu werden. Ob ich jemals wieder eine ausgedehnte Radtour werde machen können, steht in den Sternen. Vorstellen könnte ich mir allerdings wieder solche Urlaube wie ich sie in Ostfriesland mehrere Jahre verbracht habe. Im Hotel Lange in Leer wohnen und schlafen und von dort aus meine Sternfahrten machen. Alles andere sehe ich als interessantes Hobby an und freue mich über die vielen Dinge, die man mit dem Rad machen kann, auch wenn ich sie selber nicht mehr umsetzen werde.

Eine Sache, die mir nicht erst in Kaarst aufgefallen ist, sondern auch in Duisburg und Düsseldorf, wo einige Jahre gelebt habe, sind die schlechten Radwege. Dabei gibt es gut ausgebaute Radwegenetze, aber die Oberflächen der Wege sind eine Zumutung. Teilweise ist es geradezu schändlich wie verkommen die Radwege sind und wie nachlässig diese Verkehrsstrecken behandelt und gepflegt werden. Egal, ob es aufgeplatzter Teer ist, Wurzelhügel oder andere Schlaglöcher, hereinwachsende Sträucher oder parkende Autos sind, es wird einfach nichts daran gemacht. Es wird also Zeit, was ich schon häufig wollte, aber nie getan habe, diese Missstände mal zu dokumentieren und auch genaue Standortangaben zu machen. Das dient nicht in erster Linie dazu, um die Missstände anzuprangern, sondern den ein oder anderen Radler vorzuwarnen. Kaarst und Umgebung wird in der warmen Jahreszeit oft von Radlern frequentiert. Außerdem behalte ich die Stellen auch nicht alle im Kopf und kann so nochmal nachsehen, wenn ich weiß, dass ich hier und dort entlangfahren will.

Auf der letzten Tour am Sonntag (27.11.2016) ist mir tatsächlich eine Sattelstrebe gebrochen. Ich musste mir einen neuen Sattel kaufen. Gebrochen ist das Teil, weil ich wieder über einen Wurzelhügel gescheppert bin, wobei danach ein Schlagloch folgte, welches ich nicht mehr gesehen hatte. Und schon war ich zwei Mal mit vollem Gewicht auf den ungefederten Sattel geknallt. Ich hoffe, dass ich mich schnell an den neuen Sattel gewöhnen werde.

Für den Moment wird der Radblog eröffnet und ein paar Artikel aus diesem Jahr werden noch erscheinen. Der übrige Ausbau der angedachten Themen wird dann folgen (Radwege, Radreiseberichte, Weblinks zu Radthemen). Meine kleine Welt des Rades ist wieder erwacht und darüber freue ich mich nach Jahren der Abwesenheit.

Zu erwähnen ist noch, dass ich Mitglied im ADFC bin, wenn auch ausschließlich passiv. Ich finde die Arbeit, die dort geleistet wird, gut. Daher unterstütze ich den Verein mit meinem Mitgliedsbeitrag auch sehr gerne.


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